Verehrte Leser und Betrachter, sowohl die Mitgereisten wie auch die vielen Besucher dieser Website, die - auf welche Weise auch immer - zu dieser fanden, hier erscheint nun wirklich noch der finale Text. Vorgestern - am Bloggers Rückreisetag - klappte das wirklich nicht mehr. Und an Tag zwei danach hatte ihn der triste Alltag, jedenfalls im Vergleich mit den tollen Hallig-Tagen - wieder voll im Griff. Telefon hier, Türklingeln da, Terminkalender woanders ... nun, das Leben besteht leider nicht nur aus Tagen, die wir lieben. Aber, wie versprochen, heute sind die letzten Fotos und Texte hier niedergeschrieben bzw. raufgeladen. Ach so, warum eine neue Seite auf der Website? Mhmm, der viele Text samt datenverschlingenden Fotos haben eine Menge erreicht, die das nötig machten. Jedenfalls lautete so die Nachricht des Providers am gestrigen späten Abend. Nun denn, dann soll es wohl so sein.

Wer Text und Fotos von Anfang an noch oder wieder lesen und sich anschauen möchte, klickt mit der Maus auf die Seite "Bloggers Texte bis - fast - zum Finale".

(Zu finden in der Kopfzeile ganz oben)


Montag, 24. Februar

Wer dieses Bild als trübe, als grau, als niederdrückend, als nichtssagend oder als wer weiß was sonst noch empfindet, sollte tunlichst Halligen fernbleiben. Alle diese Adjektive treffen zweifellos zu, doch bei denjenigen, die sich mit diesen winzigen, vom Meer umgebenen Eilanden weit draußen vor der Küste einlassen, lösen sie kein abwehrendes Kopfschütteln aus, keine Angst und keine Beklemmung. Im Gegenteil, sie werden weiter nach jenen - der Blogger erlaubt sich diesen Gefühlsausbruch an dieser Stelle - sonderlichen Gestaden verlangen, nach ihnen Ausschau halten, sie aufsuchen, Sehnsucht nach ihnen empfinden, die sie - hat sie einmal Besitz von ihnen ergriffen - nie wieder loslassen wird.

Schutz gab´s nur am Anleger-/Ableger-Wartehäuschen. Das stand in dieser Woche wie alles andere auch mehrfach unter Wasser, kennt keine Türen, kennt keine bis zum Boden hinabreichenden Wände. Alle, die sich auf die Heimreise machen wollten und das geheizte Schiff herbeisehnten, waren durchnäßt und vom nimmermüden Sturm zerzaust.  Doch sie werden gewiß alle wiederkommen im nächsten Jahr; Biike-Leute sind ein hartes Völkchen und leidensfähig.

Im Festlandshafen schlug den Leuten der Regen so heftig um die Ohren, daß es kaum zu einem geordneten Auseinandergehen reichte. Doch auch da sind sie nicht zimperlich, man kennt sich doch schließlich schon ein ganzes Weilchen , ob mit oder ohne Drücken und Umarmen. Man sieht sich.


Vielleicht doch noch ein versöhnlicher Abschluß, wettermäßig? Am frühen Morgen sah alles danach aus. Doch das änderte sich rasch, ab mittags Regen und daran änderte sich auch nichts mehr den ganzen Tag lang (für den Blogger bis vor die eigene Haustür nicht).


Sonntag, 23. Februar

Man kann der See eine gewisse Hartnäckigkeit nicht absprechen. Die Gruppe um den Blogger, er selbst natürlich auch, hat jahrelang danach verlangt, daß es so kommt, wie es nun gekommen ist. "Landunter", und davon gleich reichlich, mit - wie sagt man auf Anglizistisch-Neudeutsch - "open end", fast jedenfalls mit zeitlich noch unklarem Ausgang. Die ersten Leute wollten ursprünglich schon gestern heimreisen, der Rest heute. Gestern fuhr kein Schiff, heute ist fraglich, ob eines fährt. Man bewahrt Fassung, doch in manchen brodelt es bereits innerlich unentwegt. Sie jonglieren ihre Festlandstermine rauf und runter. Verhaltensforscher fanden heraus, daß es spätestens nach vier oder fünf vollen Isolationstagen oder auch ungewohnter andauernder Nähe von Artgenossen im menschlichen Wesen zu Veränderungen kommen kann, die nicht unbedingt dem gedeihlichen Miteinander dienlich sind. ;-) Doch davon ist die Hotelbewohnerschaft noch meilenweit entfernt.

Es werden allerdings schon Szenarien hochgerechnet, nach denen es erst am Dienstag Richtung Festland geht. Heute kein Schiff, montags fährt sowieso keines, dann eben am Folgetag. Verflegungsmäßig soll dem nichts im Wege stehen, verkündet der Hotelier. Dann wird alles doch ganz anders: Noch heute ein Schiff um 16:00 Richtung Festland, hektisches Zusammenpacken derjenigen, die diese Möglichkeit beim Schopfe ergreifen, die Straßen unpassierbar wegen des Wassers, Gepäck bleibt hier, wird nachgesandt, im strömenden Regen so um fünf Kilometer über den aus dem Wasser aufgetauchten Sommerdeich zum Anleger laufen. Respekt, Ihr Lieben!  Die auf der Warft Verbliebenen sind morgen an der Reihe, Sonderfahrt und "Leinen los" um 15:00 Uhr. Bei voraussichtlich besseren äußeren Umständen. Lauscht der

Blogger in diesem Augenblick hingegen den Sturmgeräuschen rund ums Haus herum, überkommen ihn doch leise Zweifel, ob das wirklich funktioniert. .

Sonntag, 23. Februar

Um 7:00 Uhr raus aus dem Bett und ran ans Fenster. Der Blick ist - fast - schon vertraut. Wasser, Wasser, Wasser. Zunächst mal wieder Haus-Arrest,  besser: Warft-Arrest. Unter den Gästen geht die Kaffeesatz-Leserei weiter. Fährt die Fähre heute oder nicht?  Nicht alle sind  so richtig streßresistent.


Gut ein Dutzend macht sich mittags auf zum Anleger, in diesem Falle besser Ableger. Sie wollen oder können den morgigen Tag nicht abwarten. Abschied für ein Jahr zumeist. Es regnet und stürmt, auch wenn es frühmorgens nicht danach aussah. Die Hallig macht es in diesem Jahr keinem leicht. Wiederholung: Biike-Woche ist nun mal kein Urlaub, davon war nie die Rede.