Wie schrieb mal ein berühmter Bergsteiger, dessen Namen ich nicht nenne, angesichts eines noch berühmteren Berges, dessen Namen ich ebenfalls nicht sage: "Wer dem ..... gegenübertritt, ist, zumal dann, wenn ihn Eroberungsdrang beseelt, kein Mensch wie alle anderen."

 

Zugegeben, für eine Hallig etwas weit hergeholt. Doch im im Grunde läßt sich dieser denkwürdige Satz wohl durchaus auf das winzige Fleckchen Erde dort draußen inmitten des Meeres übertragen. Wen es dorthin zieht, damit sind nicht die Tagesgäste in den Pferdekutschen gemeint, nein, wer immer wieder hierher kommt, am liebsten außerhalb der Urlaubs- und Ferienzeit, wen waagerecht ins Gesicht peitschender Regen, wen Sturm in Orkanstärke und bisweilen eisige Kälte nicht schrecken, wer den bloßen Anblick von Meer und Himmel und topfebenen Fennen (für Hallig-Laien: Wiesen) von morgens bis abends nicht als sterbenslangweilig, sondern als wundervolle Begegnung "Natur pur" begreift und schätzt, wen stundenlanges Gehen über Wege und Pfade, von denen er inzwischen jeden Quadratzentimeter kennt, ohne irgendwelche Begegnungen mit anderen Zweibeinern, nicht sogleich depressiv werden läßt, der, ja der muß wohl ein anderer, ein nicht handelsüblicher Mensch sein.

Eine größere Anzahl jener Spezies fällt alljährlich zur Biike auf der Hallig Hooge ein, zum Biike-Feuer, versammelt sich hierzu in "Frerk´s Buernhus", tagelang, zäh, Uhrzeiten und ringsum herrschende Lichtverhältnisse oft bis sehr oft stoisch ignorierend.


Hier die noch nicht in Gänze zu besichtigende Biike-Stammbelegschaft, deren Vervollständigung vor Ort in Bälde intensiv weiterbetrieben werden wird. (Und inzwischen auch wurde). Bevor an den ausgesuchten Fotos herumgemäkelt wird: Der Fotograf (=Blogger) sieht sich außerstande, die natürliche Schönheit noch schöner zu machen, oder anders ausgedrückt: "Die Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters."

(Den Kennern der Szene wird nicht entgehen, daß ein paar der Köpfe nicht so ganz oder überhaupt nicht zur Gäste-Schar gehören, sondern als Immer-Hoogeraner, als Schon-ganz-lange-Hoogeraner oder zumindest als ehemalige Hoogeraner zu betrachten sind; hier werden sie, weil es so schön ist, mal einfach in den Sammel-Steckbrief miteinbezogen.

 

Und wer nun partout nicht abgelichtet zu sehen sein möchte, von wegen Datenschutz und so: Ein Hinweis, ein Klick und alles ist erledigt.)



Ein bißchen Werbung für das Domizil der Hallig-Enthusiasten darf an dieser Stelle vielleicht ja sein. Kleiner Tipp: Für die nächste Biike - und es gibt immer eine nächste Biike - meldet man sich gemeinhin ein Jahr im voraus an. Erfolgs-Garantie? Keine. Die Lorenz-Warft-Platzhirsche samt ihrer weiblichen Entsprechungen sind, was die Biike-Tage angeht, eine zähe, ausdauernde Sorte ...



So leb`denn wohl, Du Königin der Halligen. Sieben Tage lang bezaubernde Gastgeberin und wahre Freundin Deiner Gästeschar, von denen viele schon seit Jahren nicht mehr von Dir lassen können und nun - wohl die meisten unter ihnen - für ein quälend langes Jahr Abschied von Dir nehmen müssen.

Der Abschiedskummer wird dadurch nicht gemildert, wenn der Tag so beginnt. Das Gegenteil ist der Fall. Gleich geht`s zurück zum Festland, zum Alltag, zu den Nachrichten im Radio, im Fernsehen, zu Terminen und allen übrigen zivilisatorischen Drangsalierungen, zurück in den Wild-West-Verkehr auf den Straßen. Doch andererseits weiß man von dem Sprichwort, daß man Dinge beenden soll, wenn sie am schönsten sind. Doch nicht alle Sprichwörter taugen etwas, zum Beispiel jenes, das da sagt, nicht an Orte zurückzukehren, wo man glücklich war. Zumindest eine Ausnahme davon ist bekannt: Hooge, Hooge und nochmal Hooge ...


23.02.19

Wegen außerordentlichem Niedrigwasser geht die Fähre schon um 8:00, zwei Stunden früher als nach Plan.  Geschäftiges Durcheinander und Gewusel zu ungewohnter früher Zeit, Frühstück nicht in Hut und Mantel, doch nicht mit der vertrauten Beschaulichkeit. Hallig-Liebhaber sind flexibel, keiner verpaßt das Beförderungsfahrzeug, das alles, Gepäck samt dazugehörigem Besitzer, pünktlich am Anleger abliefert. Die "Hilligenlei" ist noch nicht wieder im Einsatz, wird immer noch vertreten durch die "Hauke Haien", deren Kapitän ein echter Hooger Junge ist und dessen Elternhaus ebendort auch steht. Noch immer schönstes Wetter, eigentich zu schön, um abzureisen.

In Schlüttsiel dann eine Marathon-Abschiedsbusselei und -drückerei, geradeso, als gelte es, Auswanderer ziehen zu lassen. Immer mehr Leute kennen sich jetzt noch besser als schon im letzten Jahr und erst recht noch besser als im Jahr davor. Neue Bussel-Partner/innen, bei der jetzigen Biike erst aufgetan, sind hinzugekommen. Auch sie wollen alle gerne wiederkommen, und man darf es ihnen gewiß glauben. Doch die Warteliste ist lang, so fürchterlich lang, wir drücken alle Daumen, daß es klappt.

 

Doch die bange Frage drängt sich geradezu auf, wer anstelle dessen, aus welchem garstigen Grunde auch immer, dann dem Treiben fernbleiben, wer daheimbleiben, wer ausfallen müßte ...? 



22.02.19

Ein Häuflein Unentwegter findet sich nachmittags zum finalen Besuch  bei der Königin der Friesenschnitte, Karen Tiemann, im "Blauen Pesel" ein. Der Gruß der Küsten-, Hallig- und Inselbewohner, das legendäre "Moin" - als Antwort-Doppelung "Moin Moin" bei Fällen besonderer Vertrautheit geläufig - geht inzwischen auch erfahrenen Gästen fast wie selbstverständlich über die Lippen.

Beim letzten Abendessen am großen Tisch läuft die Unterhaltung in spürbar niedrigerer Drehzahl als üblich. Auch wenn man sich in ein paar Wochen an anderem Orte wiedersehen wird, weil es ein goldnes Fest zu feiern gilt, so wissen alle doch, daß es bis zur nächsten Biike so schrecklich lange dauern wird

22.02.19

Letzter Tag, wie zur Versöhnung für den gestrigen Biike-Tag nun Sonnenschein, moderater Wind. Wenige Leute unterwegs, das Schlüsselbrett ist verräterisch. Die meisten sind auf ihren Zimmern, Kater von gestern auskurieren, schon ein paar Sachen packen. Schon erfaßt einen die Wehmut, daß alles wieder bald vorbei sein wird. Inzwischen kennt man schon alle ziemlich gut, die das Haus bevölkern, auch die Besatzungen der anderen Tische, an denen immer wieder dieselben Leute sitzen. Clan-ähnliche Strukturen .... ;-), nein, natürlich nicht, es gibt mehr und mehr Verbrüderungen; wenn sich der Raum ausdünnt in später Stunde, erfolgen gegenseitige Besuche, erkunden Kundschafter das Gelände, bevor der verbliebene Troß folgt. Nirgendwo sind faule Äpfel im Korb, wer ständig und stetig hierherkommt, muß irgendwie ein Gen in sich tragen, das er mit allen anderen teilt und zu einer Grundübereinstimmung führt.



21.02.19

Das Wetter verhieß wenig Gutes, doch es hielt sich zurück. Kein Sturm, nicht einmal ein paar Regentropfen, als es Zeit war, zum Festplatz, zur Feuerstelle aufzubrechen. Immerhin von unserer Warft so um sieben Kilometer hin und zurück. Beim Anmarsch mit achterlichem Wind, klar, zurück gab´s dann was auf die Brust. Eigentlich jedes Jahr das Gleiche, und trotzdem macht man`s gern. Das Holz muß ordentlich feucht gewesen sein vom langen Regen in den letzten Tagen. Doch Feuerwehrleute verstehen sich nicht nur auf`s Löschen, sondern auch auf`s Anzünden. Schon bald stand der riesige Holzhaufen stramm in Flammen, und kaum brannte er an einer Stelle ein bißchen heftiger, ging`schon los mit dem Herauszerren erster angebrannter Äste und dem Auftragen und Verteilen der Kriegsbemalung in die bleichen Gesichter. Man muß schon gehörig aufpassen beim Rußfassen mit den Händen, bloß nicht den Ast richtig anpacken, niemals in die Hand nehmen, nur sekundenschnelles Drüberwegwischen mit den offenen, nassen, zumindest feuchten Innenhandflächen. Gibt das Gras nicht genug her an Feuchte, hilft nur noch .....

ja, ist nun einmal so, spucken. Wer jetzt den Hygienefinger hebt, weiß nicht, daß Hitze und Ruß die Sache total entschärfen.

 

Da relativ wenige Verwegene, zumeist Jüngere die schwarze Farbe heranschaffen und viele Gesichter auf Versorgung warten, herrscht reger Betrieb um den Scheiterhaufen. Zu trinken gib´s natürlich aus etwas. Glühweinstand ohne Wechselgeld :-) und Flaschen, die sich mit dazugehörigem Personal und Gläsern den Weg durch die Menge bahnen; wer´s darauf anlegt, kann schon mit ein paar "Köms" intus den Heimweg antreten. In der Dunkelheit zieht sich der Rückweg in die Länge, doch manche Leute entwickeln sich zu wahren Tourengängern, von denen man das nicht erwartet hatte. Noch eine sportliche Betätigung vor der obligatorischen Grünkohl-Orgie.



Vetreibung des Winters? Verbrennung böser Geister? Wie dem auch sei: Ein wahres Höllenfeuer. / Foto: Heidi Maak-Bilzinger
Vetreibung des Winters? Verbrennung böser Geister? Wie dem auch sei: Ein wahres Höllenfeuer. / Foto: Heidi Maak-Bilzinger

Auch hier schwebt Faust im Dunst des Raumes über allen Köpfen (und wohl in allen Herzen): 

"Augenblick verweile doch, du bist so schön."

21.02.19

Oh, schaurig ging`s zu in der Biike-Nacht. Am Feuerplatz schon gab es Feuerwasser, vom anschließenden Treiben in der Heimstatt ganz zu schweigen ... die Uhr, sie ging schon zu auf Vier, da war´s dann endlich aus mit dem Plaisier ...

21.02.19

Heute ist der Tag der Tage; der Tag, auf den alles hinausläuft. Das Biikefeuer. Nein, nicht wirklich. Jeder macht sich ja inzwischen seinen eigenen Reim auf den Ursprung des Brauches, und ganz so wichtig ist das auch inzwischen nicht mehr. Irgendeiner fragte mal, warum die meist menschenähnliche Figur auf dem Holzstoß oft an einem galgenähnlichen Gebilde befestigt ist. Wußte der Befragte, der es eigentlich wissen sollte, auch nicht. Macht nichts.



20.02.19

Auch die Lorenzwarft war ausreichend und unübersehbar mit hochinteressiertem Personal vertreten, wobei nicht einmal alle abgelichtet zu sehen sind. Die Rückkehr zur Warft gestaltete sich dann indes als ziemlich nasses Unterfangen, denn der auffrischende Südwest brachte reichlich Regen mit. Ein praxisnaher Test der vermeintlich oder tatsächlich wasserdichten Funktionsbekleidung wie auch des Schuhwerks stand auf dem Programm. Der Berichterstatter kann für sich vermelden: Test bestanden.

Autorin (Katja Just) und Filmemacherin (Swantje Boyens) unterhalten bestens im zum Bersten vollen "Blauen Pesel" mit tollem Buch und ebensolchem Film. Zum einen geht´s um die persönliche Lebensgeschichte auf und mit der die Hallig, im Film um 

die immerwährenden Angriffe der See auf das winzige Eiland, die immer bedrohlicher werden. Eine Premiere, wie beide Frauen betonten. Dafür ließe sich wohl auch in Kiel ein großes Publikum finden. Halligen kennen die meisten Leute nur vom Hörensagen, erst recht dürften die atemberaubenden Aufnahmen von Sturmfluten und Landunter zugleich erschrecken und faszinieren. Der erste Kontakt wurde schon geknüpft.


20.02.19

Ungünstige Tiede-Zeiten, also keine Wattwanderung nach Japsand, auch mit dem Schiff ging das nicht, deshalb Abstecher mit der "Seeadler" nach Langeneß. Und - Donnerwetter! - nicht gleich in´s "Hilligenlei", sondern mit fast allen, die an Bord waren, gleich zum Leuchtturm hin. Bummelig 7,5 Kilometer hin und her. Ein für allemal: Die Biike-Woche ist nicht als Erholung gedacht.

 

 

 

 

 

 

Erstaunen in Erwachsenen-Gesichtern, was das Mini-Schleppnetz zutage beförderte. Kleiner Ausflug in´s feuchte Element. Das Meer als die Wiege des Lebens?



(Foto: Enrico Kleint)
(Foto: Enrico Kleint)

19.02.19

So rasch kann`s  gehen. Strammen Wind aus westlicher Richtung gab`s schon öfter und nichts passierte. Doch heute besann sich die See und zeigte sich mal kurz auf der Hafenumrandung und dem Sommerdeich auf der anderen Seite, weil zufällig nach dem Tieden-Rhythmus Hochwasser herrschte und dort die Hallig etwas tiefer liegt. Kleiner Vorgeschmack auf den Ernstfall, wenn das Meer sich mal mit richtigem Landunter über die Hallig hermacht. Gemischte Gefühle machten sich bei denen breit, die das noch nicht kennen. Einerseits kaum zu unterdrückender Respekt, andererseits die Erwartung, daß sie es endlich mal erleben.

(Foto: Enrico Kleint)
(Foto: Enrico Kleint)


19.02.19

Erstaunlich. Ist man erst mal weg aus der normalen Zivilisation, auf einer Hallig zum Beispiel, schwindet das Interesse am der übrigen Welt von Stunde zu Stunde. Ob Trump oder Erdogan, ob Kim Jong-un oder der Mann aus Venezuela, der von der Macht besessen ist und andere, die einen ansonsten um dies und jenes  fürchten lassen, sie entrücken nahezu in die Bedeutungslosigkeit. Kein Fernsehen, keine Nachrichten. Nahrungsaufnahme, Schlafenszeiten, Wetter, das sind die elementaren Dinge, die dann den Menschen, wenn er es denn zuläßt, umtreiben. Für eine im Grunde viel zu kurze Zeit, dann ist sie wieder da, die Gegenwart, die nicht aufgibt, einen alsbald wieder einzuholen.

(Foto: Katrin Lehmann)
(Foto: Katrin Lehmann)

Synonym für Wohlbefinden. Was will man eigentlich mehr von einem Tag verlangen?

18.02.19

Schon der 3. Tag in Folge Sonne, blauer Himmel, mehr laues Lüftchen als Wind. Von der Zwiebelschalen-Unterzieh-Funktionswäsche kommt nur die Hälfte zum Einsatz, der Frühling läßt grüßen. Alles, was sich noch bewegen kann, ist draußen. Muß man nutzen, morgen könnte das Wetter nicht so gut sein.

"Blauer Pesel" ist angesagt. "Friesenschnitte" und "Friesentorte" haben einen Namen, wenn sie als gelungen betrachtet werden sollen: Karen Tiemann. Ein absolutes Muß beim Hooge-Turn.

Jede Menge Strecke, fußmäßig Angeschlagene bewältigen ohne nennenswertes Wehklagen die finale Heimwärtstour. Rückbesinnung auf das Credo der Biike-Woche tut not: Als Urlaub denkbar ungeeignet. 



Tausendmal gesehen, tausendmal schön. Anblicke, bei denen man bei Hallig-Unkundigen immer in Erklärungsnot gerät. Was macht man da? Was treibt Ihr da? Da ist doch nichts. Ja, in der Tat, da ist wirklich nichts. Doch für manche ist dieses Nichts unendlich viel. Das läßt sich nicht erklären. Man mag es oder man mag es nicht. Die Menschen, die jetzt hier sind, mögen es.


Klar, Sonnenuntergänge knippst jeder mal. Gibt´s zuhauf. Doch der hier macht sich besonders gut. Kitsch? Kann nur einer sagen, der noch nicht leibhaftig draußenstand, wenn´s passierte, wenn das Wasser am Ende fast aufzuzischen schien.

Sonnenuntergang auf Hooge, über den südseitigen Sommerdeich aufgenommen.   Foto: Katrin Lehmann
Sonnenuntergang auf Hooge, über den südseitigen Sommerdeich aufgenommen. Foto: Katrin Lehmann

17.02.19

Sonntag heißt auf Hooge Kirchtag, selbst für diejenigen, die sonst kaum den Weg in die Kirchen finden. Die Pastoren-Stellvertreterin war wieder gefragt, machte sie sehr gut, schnackte - wie angekündigt - Plattdütsch , auch wenn ich nur die Hälfte davon verstand. Sonnenschein fiel durch die bunten Fenster in die Kirche, richtig kuschelig fühlte sich das an. Zurück gab´s Empfang auf der Warft mit Grog, draußen, im Sonnenschein, auf den Bänken, im Strand-, besser Warftkorb, erste Frühlingswärme. Da drängen sich beinahe schon Gedanken an Faust und Goethe auf: "Augenblick, verweile doch, du bist so schön."



Selbst ein Friedhof kann schön sein. Wirkt beinahe wie unsortiert, keine abgemessenen Rechtecke, keine Parzellierung, die den Namen verdient. Und dennoch den Betrachter eigenartig einnehmend, berührend. Fast unordentlich, aber nur fast. Er lieferte die Vorlage für "Das Grab auf der Hallig". Samt damaligem Pastor.


16.02.19

Selbst viele Hoogeraner wußte nicht die ungefähr zutreffende Entfernung zwischen Hallig und Festland zu schätzen. Die Fährenüberfahrt verschaffte Klarheit: rd. 18 Km, wohl etwas weniger real, weil per GPS natürlich auch die Kurvenfahrten des Schiffes mitgemessen wurden.

Also kein Wunder, daß man bei klarer Sicht von der Hallig bis zum Festland schauen kann. Vornehmlich natürlich rücken die riesigen Windkraftanlagen ins Blickfeld. Nicht alle sind darüber froh.

Da die GPS-Messung - weil bei der Einstellung nicht aufgepaßt - als "Fußgänger" erfolgte, sind sogar die verbrauchten Kalorien abzulesen für den Fall, daß man, wie einst Moses beim Roten Meer, das Wattenmeer trockenen Fußes bewältigt hätte. Na ja, es gab schon sinnigere Überlegungen.

16.02.19

Neue Zeitrechnung: Der 1. Tag der neuen Biike-Woche. Nicht ganz neu, aber doch eher selten: Diesmal mit der "Hauke Haien" durchs Wattenmeer, irgendwas los mit der "Hilligenlei", der eigentlichen Fähre vom Dienst. Im spitzen Bug ziemliches Gewusel, Gepäck Hooge links, Langeneß rechts. Für die Wiedersehens-Bussis ist immer genug Platz. Im tiefbraunen, für menschliche Augen ganz sicher völlig undurchsichtigen Hafenwasser auf einmal eine Boje, die ich zuvor dort noch nie sah. War keine Boje, sondern eine Seehundschnauze, Sekunden später mit Kopf komplettiert. Spekuliert vielleicht auf die Schraube, die allerlei freßbares Getier aufscheucht. Der Fahrkartenkontrolleur weiß zu berichten, daß sich zwei dieser Spezies das Hafenbecken als Revier auserkoren hätten.



"Loslassen" nennt man das heute. Und das bei strahlendem Wetter. Reinhard Mey beschwört die Welt über den Wolken als grenzenlos frei. Mit einem Schiff ablegen und das Festland hinter sich lassen vermag da mühelos mitzuhalten.


Mittwoch, 13.02.19

Nein, mitnehmen kann ich niemanden ohne Voranmeldung beim Hotelchef. Das Studium der Website und begeisternde Erzählungen weckten schon das eine oder andere Begehren, nun selbst mal in das Biike-Halligleben einzutauchen. Doch ausgebucht ist ausgebucht. Und mitschnacken ist das eine, an der Sache dann Gefallen zu finden, ist das andere. Acht Tage sind lang und das Hotel ist klein. Die "Chemie" muß wirklich stimmen. Hallig ist fast wie Schiff, sich aus dem Weg zu gehen gelingt da nicht so gut. 

 

Montag, 11.02.19

Schon mal die Gepäckliste vom letzten Jahr herausgekramt. Beim Urlaub auf dem Festland darf man schon mal was vergessen. Kein Problem, Plastikkarte raus und fertig. Auf der Hallig gehen die Uhren anders. Ein vergessenes Teil bleibt meist für die ganze Zeit ein vergessenes Teil. Das übersichtliche Sortiment des Halligkaufmanns kann da nur in den wenigsten Fällen Abhilfe schaffen. 

Sonntag, 10.02.19

Die Wyker Dampfschiffs-Reederei - was für´n toller Name - ist seit einiger Zeit ja auch online unterwegs, läßt die Fahrkarten auch online buchen. Wunderbar. Habe das Ticket schon in der Tasche. Nicht mehr am Container anstehen, weil der höchstens eine halbe Stunde vor dem Ablegen aufmacht, der Sturm, wenn man nicht aufpaßt, einem das Papier gleich mal aus der Hand reißt, vom nicht seltenen Regen mal ganz abgesehen.



Freitag, 08.02.19

Nun hat auch Google die "Hallig-Freunde" im Such-Programm. Wer nach "Halligfreunde" Ausschau hält, findet auch diese ursprünglich nur für den Eigengebrauch angedachte Website. Gut oder schlecht? Mhmm ... zu verbergen gibt es ja nichts. Lockt allenfalls noch ein paar Gäste mehr nach Hooge, was ja an sich so übel nicht ist. Der Blogger schreibt halt gerne, einfach so, zum eigenen Vergnügen. Zu nichts nutze eigentlich. Oder vielleicht doch? Ein bekannter Autor sagte mal, wenn ein Buch auch nur einem einzigen Menschen auf der Welt erfreut, ihn ein bißchen glücklich macht, dann war es der Mühe wert, daß es geschrieben wurde. Kann man mit weitem Herzen vielleicht auch auf andere Texte übertragen ...



Mittwoch, 06.02.19

Schon mal überlegen, was wieder einzupacken ist. Obwohl es jedes Jahr die gleichen oder sogar dieselben Sachen sind. Allmählich stellt sich schon die innere Unruhe ein, die mich immer befällt, wenn der Tag naht, an dem es Richtung Schlüttsiel geht. Mindestens zwei Leute müssen ausfallen, denn es gibt ja zwei Nachrücker. Wer wohl nicht kommt? Freiwillig macht niemand einen Rückzieher. Mhmm. Hoffentlich nichts Ernstes als Grund.

Donnerstag, 31.01.19

Heute früh leuchtete mittels der Webcams eine weiße dünne Schneeschicht ins Haus. Natürlich niemand darauf zu sehen. Es wirkt immer so , als ob die Hallig unbewohnt ist. Zumindest um diese Jahreszeit. Im Sommer tauchen schon mal Autos auf dem Parkplatz an der Hanswarft auf, den die Webcam erfaßt. Fast immer Leute von der Hallig, die beim Kaufmann ihre Besorgungen machen. Wer sich verabredet, könnte zu der ausgemachten Zeit einen Veitstanz für die Zuhausegebliebenen aufführen. Die Kamera ist rund um die Uhr im Dienst.

Montag, 28.01.19

Auch Trost kann die Hallig spenden, man denkt daran nicht gleich, doch von andern hört man´s und kann sich´s dann als nicht Betroffener sofort auch vorstellen. Abstand vom Ereignis, vom Ort, von Menschen, vom Festland, loslassen, sich auf andere Menschen einlassen, auf vertraute Gesichter, auf die Hallig, ihre Wege, ihren Himmel, ihre Weite, ihre Stille, auf die See, auf die Wellen, auf die Lichter in der Dunkelheit, den Sternenhimmel, wie er vielleicht nur dort weit draußen so klar ist.




Sonntag, 27.01.19

Erste Meldungen über geplante Ankunftszeiten laufen ein. Na klar, es sind ja auch nur noch knappe drei Wochen, man scharrt schon mit den Hufen. Irmtraud und Stephan haben´s auch arg weit aus dem Süden, müssen ziemlich früh aufbrechen mit der Bahn, was ja schon ein Abenteuer für sich ist, schieben noch zwei Übernachtungen in Hamburg dazwischen und erwischen dann am Samstag, dem Start der Biikewoche, hoffentlich die geplante Mittagsfähre in Schlüttsiel.

Ist wohl was dran, daß man von der Hallig süchtig werden kann.

Sonntag, 27.01.19

Geburtsjahre sind - jedenfalls beim weiblichen Personal - tabu, nicht aber Geburtstage. Heute rundet jemand aus der Frauenriege aus dem fernen Thüringen. Glückwunsch dazu und willkommen in der Runde der etwas Erfahreneren. Katrin K. aus N. hieße es in der Zeitung bei weniger erfreulichem Anlaß, nicht aber hier an dieser Stelle, denn hier gibt´s einen Jubelanlaß mit Gesang. "Happy birthday ...." und so. 

Freitag, 25.01.19

Bunt gemischt ist das Völkchen, das da zur Biike alljährlich in Frerks Buernhus einfällt. Nicht international, doch schon gut sortiert nach Bundesländern. Die weitesten Anreisen kommen aus Nürnberg und Freiburg! Wow! Das ist wahrer Hallig-Enthusiasmus. Für die Kieler fast schon wie Heimspiel.

Aus dem Gedächtnis heraus und unsortiert:

 

Baden-Württemberg

Rheinland-Pfalz

Nordrhein-Westfalen

Thüringen

Hamburg

Bremen

Schleswig-Holstein

Hessen

Niedersachsen

Bayern

 

Sechs Bundesländer fehlen noch, kann ja noch werden.



Während die in Sachen "Landunter" bislang Leerausgegangenen mit gemischten Gefühlen darauf warten, daß sie endlich mal auf der Warft genau deswegen festsitzen, kann Uwe Jessel aus dem Vollen schöpfen. Im Laufe seiner vielen Jahre auf der Schulwarft kommt da wohl eine erkleckliche Anzahl zustande. Was er dabei wohl am gegenüberliegenden Südstrand so alles gefunden haben mag? Ganze Containerladungen werden´s gewiß nicht gewesen sein, oder?

Mittwoch, 23.01.19

Zur Linken hoher Besuch, fotomäßig. Zwar ein eher betagtes Foto, doch ganz aktuell beim Blogger eingetroffen. Vom ehemaligen Hallig-Lehrer Uwe Jessel, der von seiner jahrzehntelangen Wahlheimat nicht lassen kann (die Schulwarft, so sieht´s aus, im Rücken). So was von verständlich, brachte er doch ganzen Generationen auf seiner Schulwarft, der Ockelützwarft, das Rechnen und das Schreiben und noch tausenderlei andere Sachen bei. Auch Jörn drückte bei ihm die berühmte Schulbank, Frerk altersmäßig wohl eher nicht dabei. Pastoren und Lehrer, vielleicht auch Bürgermeister, bleiben nach ihrem Ausscheiden aus dem Dienst nicht auf der Hallig. Ist so, wohl mit Rücksicht auf sich selbst und auch auf die Nachfolger.

Uwes Herz blutet noch immer. Wir können´s ja so gut verstehen. Vielleicht sehen wir ihn bei der nächsten Biike wieder. Kiek doch mol wedder in, lev Uwe!



Montag, 21.01.19

Fast wie das Warten auf die Bescherung. Es gibt Biike-Fans, die streichen wie bei der Bundeswehr in Zeiten der Wehrpflicht die Tage ab bis zum abermaligen Sturm auf das winzige Atoll vor Schleswig-Holsteins Küste. Mal nicht in ganz so kleiner Münze, sondern grob: noch gute vier Wochen sind´s. Haltet durch! 

 

Dienstag, 15.01.19

So gut wie keine Flocke Schnee bis jetzt in Kiel in diesem Winter gefallen. Kein gutes Zeichen. Zu befürchten ist, daß das dicke Ende im Februar kommt, zu Biike-Woche, besser: zur Abfahrt nach Schlüttsiel. Das gab´s schon einige Male. Aus zwei Stunden Autofahrt werden dann leicht drei oder vier. Eisgang wäre noch schlimmer, dann fährt die Fähre oft nicht. Bei strammem Nord-West auch nicht. Husum hat auch schöne Hotels, jedenfalls für eine Nacht oder so.

Montag, 14.01.19

Es gibt schon Bemerkungen, die erstmal sprachlos machen. Kürzlich äußerte jemand, als er von den ständigen Halligbesuchen vernahm, das müsse doch stinklangweilig sein. Immer derselbe Anblick, immer derselbe Himmel, immer dasselbe Meer. Er würde nach wenigen Tagen umkommen vor Langeweile, nichts für ihn.

In einem anderen Zusammenhang bekam der Blogger zu hören, als es um lange Wanderungen durch Wälder ging, was man dort eigentlich treibe, habe man einen Baum gesehen, habe man doch gleich alle gesehen.



Nein, kein Foto von mir, fand ich auf Jörns Website. Die Lorenzwarft als kleine Insel. Die Sonne scheint, blauer Himmel und das Wasser bis zum Hals, nein, nicht ganz, aber viel weiter nach oben darf´s dann auch nicht kommen, sonst ist`s wohl nicht mehr lustig und entspannt. Wie der Fotograf das Foto gemacht haben mag? In der Wathose? Im Boot? In derBadehose? In wenigen Wochen werde ich das vor Ort klären. Und den Namen des tollen Fotografen hier natürlich benennen. Fremde Federn am Hut schmücken nicht wirklich. 

Sonntag, 13.01.19

Erstaunlich, wieviel Leute sich auf diese Website verirren. Oder vielleicht beim Suchen nach Halligen und Co. hier gelandet sind? Kein schlechtes Zeichen eigentlich. Das Aufruf-Programm zeigt es an. Oder - mhmm, auch nicht schlecht - die Stammbelegschaft von Jörn tummelt sich hier öfter als Wiederholungstäter. Umso mehr Mühe muß ich mir dann ja geben, immer was Passables an Text und Fotos reinzustellen. Na, da hab´ich ja schön was angefangen. Selber schuld.

Dienstag, 08.01.19

Hey, der Eintrag vom 6. Januar ist ja ganz aktuell!  Zwei haben´s geschafft, sind bei der neuen Biike dabei, weil es zwei Stornierungen von Stammleuten gab. Solches Glück ist nicht oft und nicht vielen beschert. Am bewußten Tisch saßen bislang sieben Leute, nun werden es neun (samt Blogger). Wobei es ja nicht die Zahl der Restaurantplätze ist, die irgendwann den Riegel vorschiebt, sondern die Bettenzahl des kleinen, schmucken Hotelchens.

Die Neuen wissen hoffentlich, worauf sie sich einlassen. Biike-Tage sind keine Erholungs-Tage :-), diese müssen meist hart erarbeitet werden, inklusive teilweisem Schlafentzug und möglicherweise bislang ungewohnten alkoholhaltigen Getränken.

Müßten sie eigentlich wissen, denn sie haben sozusagen Paten beim Stammpersonal, deren Jubelgesängen übers Halligleben sie nun Folge leisten. Auf denn.  

Sonntag, 06.01.19

Die Biike-Stammbelegschaft sollte sich Gedanken machen. Es gibt bereits unübersehbare Bemühungen von bislang leer ausgegangenen oder durch glückliche Umstände plötzlich auf das Halligleben aufmerksam gewordenen Zeitgenossen, einen Fuß in die Tür, sprich: ein Zimmer für die übernächste Biike zu kriegen. Was ja eigentlich nur zu gut zu verstehen ist. Außerdem wäre eine maßvolle Blutverjüngung so schlecht auch wiederum nicht. Sagen jedenfalls diejenigen, die - frei nach Wolfgang Borchert - draußen vor der Tür sind.



Ein eher winziges "Landunter", geschehen am 7. Januar, nicht der Rede wert; ab 1,50 Meter über Normal-Hochwasser geht´s über die Sommerdeiche. Nehmen die Hallig-Leute wohl nicht ernst. Manche Gäste - auch der Blogger - kommen seit Jahren auf die Hallig, ohne daß die See an der Warft anklopfte. Irgendwie fehlt was in der Erlebniskartei, irgendwann wird´s passieren. Muß ja nicht gleich eine Jahrhundertflut werden.


Zum Einstimmen gleich ein Foto von der besten Webcam der Hallig. Westerwarft, frühmorgens, nicht an "Frerk´s Buernhus", sondern an Jörns Ferienhaus montiert. Wen das kalt läßt, braucht erst gar nicht in Schlüttsiel auf die Fähre zu steigen, kann sich den Hallig-Besuch sparen.


Sonntag, 06.01.19

Fachleute sagen voraus, daß die Halligen auf Dauer nicht zu halten sind. Der Klimawandel, ob durch die Menschen verursacht oder ohne sie, würde ihnen irgendwann den Garaus machen, heißt es. Na ja, wann das passieren soll, weiß keiner vorherzusagen. Nur eines scheint sicher: Nicht schon bald. Halligbewohner und Gäste können sich also beruhigt zurücklehnen. Fast wörtlich nach dem Sprichwort: "Nach uns die Sintflut".

Samstag, 05.01.19

Das neue Buch, eine Kriminal-Novelle, die Fortsetzung von "Das Grab auf der Hallig", ist natürlich noch nicht fertig. Wie denn auch, wenn ständig andere Sachen auf einen einstürzen.

Fertigstellung noch ungewiß. Zur Biike 2020 - tolle Jahreszahl - wird es wohl längst draußen sein.

Mhmm, der Titelschutz ist natürlich ein Kapitel für sich. Nicht unproblematisch. Schon mal kurz am Crash vorbeigeschrammt.



Samstag, 05.01.19

Eines gleich ziemlich am Anfang: Die gendermäßigen Schreibweisen lass`ich mal gleich weg. Alle, die meinen, daß sie gemeint sein könnten, sind es auch. Also kein "m/w/d", wie neuerdings in Stellenanzeigen und ähnlichen Publikationen zu besichtigen ist. Und bewerben tut sich bei mir hier sowieso keiner. Und der Datenschutz wird auch eingehalten. Selbst auf innigsten Wunsch hin werden hier keine persönlichen Daten aufgeführt, als da sind: Name, Haarfarbe, Augenfarbe, Körpergewicht (verändert sich rasch, vor allem auf der Hallig), Körpergröße (auch unstet, mit den Jahren ist ein gewisser Schrumpfungsprozeß nicht unüblich), Anzahl der Kinder, der Enkel, Gehalts-, Renten- oder Pensionshöhe, Vorstrafen und andere personenbezogenen Fakten.

Samstag, 05.01.19

Alle,fast alle Fotos durchgesehen im Schnelldurchlauf, durchsucht nach portraitfähigen Exemplaren, um die bisherige Ouvertüre an Teilnehmern über den eigenen Tisch hinaus zu erweitern. Na ja, bis auf ganz wenige Gäste scheint das gelungen zu sein, den Rest werde ich mir bei der aktuellen Biike in wenigen Wochen vor Ort beschaffen. Mal sehen, wer nicht auf der Website plaziert werden will. Gäbe es da wirklich ernsthafte Gründe? Keine Namen, nichts, was auch nur irgendwie Rückschlüsse auf das Konterfei zuließe. Schau´n mer mal.



Freitag, 04.01.19

Bislang gibt´s keine Ausfallmeldungen. Jedenfalls nicht aus dem engeren Kreis, also vom eigenen Tisch und dem Nachbartisch. Hallig-Besucher, besonders die Biike-Besucher, sind eine harte Truppe, so rasch gibt da keiner auf, auch wenn´s mehrheitlich keine jungen Hüpfer mehr sind.

Auch merkwürdig, die ziemlich jungen Leute interessieren sich auffallend weniger für die ganze Sache, die Biike, eigentlich für die ganze Hallig, das Halligleben. Zu sehr auf Disco focussiert, auf unterhalten werden, auf äußerliche Reize, Klamotten zeigen, chillen, wie das heute ja so genannt wird? Tja, dafür ist die Hallig natürlich der falsche Ort. Und laufen muß man auch noch, kein Auto, kein Bus, weite Wege. Und Wind gibt´s auch immer, gefühlt immer von vorne. Es soll auch schon mal feste regnen, waagerecht, ins Gesicht rein, tut dann schon ein bißchen weh.

Mittwoch, 02.01.19

Dieses Mal soll der Blogg, der sich bislang mehr oder weniger um einen Tisch drehte, ein bißchen erweitert werden. Man kennt sich schließlich inzwischen tischübergreifend. Ergibt sich einfach so. Irgendwie passen alle zusammen, so unterschiedlich sie auch sein mögen. Na ja, die Leute kommen ja aus vielen Bundesländern, den neuen wie den alten. Einige haben fast Heimspiele (die Kieler, die Hamburger), andere sind länger auf Achse oder Schiene unterwegs. was auch nicht immer einfach ist, denkt man an das Wetter, an die Staus. Das mit dem Blogg für oder - besser vielleicht - über alle ist so eine Sache. Datenschutz! Ohauahauaha. Dünnes Eis, auf dem sich der Blogger da begibt. Er wagt es.



Die schönste Webcam auf der Hallig. Auf der Westerwarft, heiß begehrt von der Gemeinde. Doch die klebt an Jörns Ferienhaus, die gibt er nicht her. Jörn will selbst entscheiden, wann er die Warft mäht (und vielleicht noch ein paar Sachen mehr). Bleib´unnachgiebig, Jörn. Du weißt doch: Einmal weg ist für immer weg.

Die ersten Fotos im neuen Jahr. Für die Stammbelegschaft klar, für Neulinge neu: Blick von der Hanswarft Richtung Westen. Schon beim Ansehen kribbelt es wieder. wird man wieder unruhig. Wo gibt´s für länger so einen Blick ins Land, ohne auch nur ein einziges Lebewesen zu sehen?



Mittwoch, 02.01.19

Mit Jörn gemailt. Klar, alle guten Wünsche für das neue Jahr, allens kloor op de Hallig. Dann bis zum 16. Februar. Die Unersättlichen fallen ja schon an diesem Tag ein, können nicht früh genug auf das bißchen Land weit draußen in der See auftauchen. Die armen Teufel, die noch arbeiten müssen irgendwo auf dem Festland oder andere Ausreden oder Entschuldigungen haben, tja, die können dann eben erst später dazukommen.

Dienstag, 01.01.19

Nun geht es wieder los mit dem Blogg. Das neue Jahr, das Biike-Jahr 2019, hat begonnen. Eine neue Zeitrechnung, jedenfalls für die Biike-Besucher. Die Rheinländer haben bekanntlich die fünfte Jahreszeit als Karneval. Die Biike-Leute sind nicht spaßfrei, im Gegenteil, doch ihre zusätzliche Jahreszeit hat als Mittelpunkt nicht den Rosenmontag, sondern den 21. Februar, denn an diesem Tag, egal welcher Wochentag das ist, wird das legendäre Feuer im Norden des Landes zelebriert, dicht an der See, am Meer, da, wo es hingehört, wo es seinen Ursprung hat. Seit Menschengedenken. Inzwischen machen einige andere die Sache nach, doch das hat keine Tradition dort, hat keine Atmosphäre. Oft mit Sekt und Kaviar, im Pelzmantel und teuren Markenklamotten. Brrrr..... nichts für die Hallig, nicht fürs Halligfeuer geeignet, Nee, nee .....



Na ja, so viel Zeit und Raum soll bleiben (räusper) für den armen Schreiberling, dem es - fast - so schlecht ergeht wie Spitzwegs erbarmungswürdigem Poeten, der mit dem Regenschirm im Bett sitzt und gegen den Albtraum des weißen Blattes anzukämpfen versucht.  

Es gibt ein Nachfolgebuch, und sage und schreibe dreißig Seiten existieren bereits, der Fluch der ersten Seite ist also passé. Und wieder muß der junge Polizeibeamte ran. Wo? Natürlich auf der Hallig. Gar Schauriges trug sich zu und das auch noch am Biike-Tag. Mal sehen, was da noch alles so passieren wird.

 

 

p.s.: Autoren sind - wenn nicht gerade weltbekannt - wirkliche Hungerleider. Vom Ladenpreis des Buches sind meist 10 % (in Worten: 10%) für den Autor, den Rest teilen Verlag, der Buchhändler und noch wer-weiß-was-für-Leute unter sich auf.