Biike 2024

Es gab schon "Landunter", ziemlich früh für die Jahreszeit, gerade mal Ende November. Doch wenn man`s schon erlebt hat, erst recht, wenn´s mehrfach der Fall war, macht das nicht unruhig, eher fiebert man der Sache entgegen. Sturmflut mit Wasser, das schon die Warft raufzuklettern beginnt, macht klein, macht demütig. Die See braucht uns nicht, doch wir brauchen die See, sie duldet uns da draußen nur.

23.02.24

In der Nacht Sturm mit Böen um Windstärke 12 aus westlicher Richtung. Landunter-Wetter. Doch der Sturm blies nicht konstant genug, auch nicht über einen längeren Zeitraum. Es gab nur ein leichtes, kleines Landunter. Doch die Fensterscheiben fibrierten, der Sturm fegte geradeaus auf sie zu, so daß der Blogger zeitweise fürchtete, die Scheiben würden bersten und ihre Splitter auf seinem Bett landen. Was sie  - Gott sei Dank - nicht taten.


Nur ein leichtes Landunter. Aber so überraschend, daß ein Gast in der Nacht - ziemlich dünn bekleidet und ohne Strümpfe in den Schuhen - herauseilte und seinen unterhalb der Warft stehenden Wagen nach oben holte.


22.02.24

Ja, es sieht langweilig aus, nichts Bemerkenswertes ist zu sehen. Nach der Biike, zu dieser Jahreszeit, ist noch weniger los als sonst schon überlicherweise. "Was treibst Du da eigentlich?" "Was machen Sie da den ganzen Tag lang?" Solchen und ähnlichen Fragen sieht sich der Blogger zuhause des öfteren ausgesetzt und liest hinter so mancher Stirn, daß der Fragesteller dabei ist, ihn in die Reihe der Sonderlinge und Verstörten und Verhaltensauffälligen einzureihen. Die Fotos, wenn er sie zu sehen bekommt, bestätigen ihn zumeist dann vollends in der Richtigkeit seiner Einschätzung.

Wer leichtsinnig äußert, er möchte für längere Zeit eine Hallig aufsuchen, sollte diese Bilder anschaulich betrachten und sie im Kopf perspektivisch noch vergrößern. Wem dabei nicht das Herz aufgeht, wen dabei nicht schon die Sehnsucht nach Weite, nach Stille, auch nach einer Zeit des Alleinseins überkommt, sollte den Fuß nicht auf solche Eilande setzen. Sie sind nicht für ihn geschaffen.


21.02.24

Nach der  Feuersbrunst am südlichsten Punkt der Hallig ging´s dann zum obligatorischen Grünkohlessen, diesmal in den "Friesenpesel" auf der Backenswarft zu Annemarie. Ohne Grünkohl geht gar nichts nach dem Feuer, dazu - gefühlt noch wichtiger - das nordfriesischen Nationalgetränk, der berühmt-berüchtigte "Geele Köm" (übersetzt: Gelber Korn). Der hat´s in sich und wird mit markigen Trinksprüchen seiner Verwendung zugeführt. ("Nicht schnacken, Kopf in´ Nacken!" oder - etwas derber - : "Hau´weg die Sch.....!"

21.02.24

Der Tag, um den alles kreist. Der Biike-Tag (immer der 21. Februar), das Biike-Feuer. Warum immer dieses Datum? Interessante Frage. Wenn der Blogger daran denkt, wird er das herauszufinden versuchen. Der Holzstoß brannte schon mal besser, tagelanger Regen ist da bekanntermaßen nicht förderlich. Mit Brandbeschleunigern schickte die Hooger Feuerwehr ihre verkappten Feuerteufel ins Rennen, und am Ende schlugen die Flammen dann doch leidlich hoch in den dunklen Himmel, dem das dann aber wohl doch zuviel wurde und mit Löschwasser von oben die Sache zu verderben begann. Was ihm auch gelang, denn die ohnehin im Vergleich mit dem Vorjahr etwas reduzierte Gästeschar machte sich alsbald erkennbar auf den Heimweg respektive auf die Heimfahrt.


20.02.24

Der Blogger bekennt sich schuldig. Hat die Website vernachlässigt. Abendlicher Alkoholgenuß - auch dem nicht alkoholaffinen Menschen gelingt die Abstinenz nicht gänzlich - verhinderte - einhergehend mit Schlafentzug - die Abfassung längerer lesenswerter Beiträge samt dazu

passendem Fotomaterial. Das wird sich alsbald ändern. Vielleicht morgen schon ...... ;-)

20.02.24

Auf diesem Teil des Kontinents spielt sich das alles ab. Nördliche Halbkugel, Deutschland, Schleswig-Holstein, Nordfriesland, Wattenmeer, Hallig Hooge; einer von den dunkelgrün gefärbten, rotumrandeten Farbklecksen auf der Landkarte, besser: Wasserkarte. Zehn Halligen gibt´s im Nordfriesischen Wattenmeer: Die "richtigen" (größeren) sind die fünf rotumrandeten , der Rest ist soeben noch zu erkennen als kleine grüne Farbtupfer. Die Roten: Hooge, Langeneß, Oland, Gröde, Nordstrandischmoor. Die Grünen: Habel, Hamburger Hallig, Norderoog, Süderoog, Südfall.



19.02.24

Die Wetter-App irrte. Regen satt auf dem Heimweg vom Hallig-Kaufmann. Leute mit Regenschirm unterwegs. Auf der Hallig! Das können nur Greenhörner sein. Haben wohl als Kinder den "Struwwelpeter" nicht gelesen, vom "fliegenden Robert", der mit dem Schirm gen Himmel flog und auf Nimmerwiedersehen verschwand. So schlimm wird´s den Schirmträgern auf Hooge nicht ergehen, doch die Schirme werden wohl nicht sehr alt werden. Eine richtige Hilfe sind sie ohnehin nicht, da das Himmelsnaß meist im waagerechten Flug unterwegs ist und das Menschenkind  auf jeden Fall untenherum erfolgreich attackiert.   

 

19.02.24

Graue Wolkendecke, ziemlich dicht in der Frühe. Kein Regen, das sagt auch die Wetter-App für den Tag voraus.

Verrückt sein hilft dabei. Joggen um halb sieben. Lächerliche 2,5 Kilometer. Allerdings die halbe Strecke den Nordwest auf der Brust, auf der Zurückstrecke dann mit Rückenwind. Der Tag kann kommen.



Immer wieder die gleichen Ansichten und Aussichten und Eindrücke. Nichts Aufregendes, nichts Mitreißendes, keine "Äktschen". Und doch  - jedenfalls für jene Menschen, deren Sinne danach ausgelegt sind - immer wieder faszinierend.

(Mit Mausklick lassen sich die oberen Fotos vergrößern.)


18.02.24

Für heute sagen die Wetter-Apps Regen für den ganzen Tag an. Die Hallig ist naß wie ein Schwamm, sieht aus, als ob das Wasser vom letzten Landunter noch nicht ganz abgelaufen oder versickert ist. Am Biikeplatz soll noch nicht so viel Brennbares deponiert sein. Noch scheint unsicher zu sein, ob nicht vielleicht die See der große Spielverderber wird. Vielleicht kommt das Wasser wieder über den Sommerdeich und nimmt bekanntlich alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist.

17.02.24

Anreisetag. Fähre zwei Stunden früher als nach Fahrplan. Man sollte die Website der Fährengesellschaft öfter befragen. Da gibt´s nicht selten Verschiebungen. Wegen Wasserstand, wegen Sturm, wegen Reparaturen am Schiff oder Anleger. Der Blogger ist die Vorhut, der Rest der Truppe kommt morgen. 

Offensichtlich ein paar Änderungen am Deich vorm Hafen. Die Fähre hatte auffallend weniger Fahrgäste an Bord. Das frühere Ablegen war wohl nicht überall bekannt geworden. Und nur eine Fähre am Samstag. Das Hafenhotel könnte der Nutznießer gewesen sein.

 

Sieht für Landratten wenig einladend aus. Nicht aber für halligerfahrene Leute. Wetter ist nicht das Problem, falsche Kleidung ist es.



09.02.24

Hooge unter leichter Schneedecke. Momentaufnahme von der Webcam auf der Hanswarft.

Die Backenswarft-Webcam funktioniert mal wieder nicht. Hey, Ihr Hoogeraner, schlechte Werbung für Gäste und Hallig-Interessierte. Muß doch in den Griff zu kriegen sein.

Das Malheur besteht schon seit Wochen.

07.02.24

Was las der Blogger kürzlich in der Zeitung? Rattenplage auf den Halligen, insbesondere auch auf Hooge? Wie das denn? Was machen die Viecher bei Landunter? Jeder normale Bau läuft bei "Landunter'" doch voll. Auch die Technik der Biber und der sogenannten Wasserraten hilft doch hier nicht weiter, die ihre Wohnstuben zwar auch im Erdreich anlegen, aber oberhalb des normalen Wasserstands des Gewässers, so daß sie dort ziemlich sicher sind. Wie sie das mit der Luft hinkriegen, weiß der Blogger nicht aus dem Stegreif, schaut auch jetzt nicht nach. Doch er weiß, daß sie ihre Behausung nur tauchend errreichen können, damit vor Feinden auch gesichert sind.

A'uf der Hallig klappt das damit wohl nicht, da bei "Landunter" die See wohl mindestens einen Meter hoch und oft noch höher über das Land hinwegrauscht. Da würde wohl der unterirdische Bau zur tödlichen Falle, weil das Wasser dann in die Wohnhöhle aufsteigen würde.

Mhmm ... mal ohne wissenschaftliche Rückversichrerung reingeschrieben. Das heißt in der Konsequenz, daß die Ratten eigentlich nur auf den Warften überleben können, sich vielleicht auch nur dort aufhalten. Dort müßte man sie doch eigentlich auch bekämpfen können, sie fernhalten können. Der Blogger wird bald die Kundigen auf der Hallig befragen. Das treibt ihn um.

 



14.01.23

Inzwischen ist Schlüttsiel und im Kontext damit auch Hooge deutschlandweit vielen Menschen vom Namen her erstmals in den Medien begegnet. Allerdings nicht aus gutem Anlaß. Robert Habeck und die Bauern sind sich zur Zeit nicht grün, und als der Politiker die Fähre verlassen wollte, gab´s ziemlichen Aufruhr, weil er unfreundlich empfangen wurde. Na ja, uns berührt das wohl nicht, wenn wir Mitte Februar anreisen wollen. Gegen uns führt wohl niemand was im Schilde. Halligfans sind ein sonderliches, jedoch äußerst friedfertiges Völkchen.

02.01.24

Erstes Lebenszeichen im neuen Jahr. Knappe sieben Wochen noch bis zur Biike-Woche. Großer Wermutstropfen gleich zu Beginn: Die Gruppe verkleinert sich. Zumindest um das Paar aus Thüringen. Sie gehören mit zu den Gründern der Gruppe. Schade, so schade. Daran muß man sich erstmal gewöhnen.

Vielleicht wird der Aderlaß noch größer, wenn die zwei aus Kamen ebenfalls ausfallen sollten, sie auch Mitbegründer der so tollen Gemeinschaft. Klar, jünger werden wir alle nicht, und in den Jungbrunnen der ewigen Jugend ist von uns leider auch noch keiner gefallen. Da kneift und zwickt es dann irgendwann hier und da bei jedem. Mal weniger, dann ist es nur lästig; mal mehr, dann entscheidet es, ob man noch hinfahren kann oder nicht.

Die Hallig hat ihr eigenes Wetter, Wind geht immer, oft Sturm. Und es gibt nichts, was ihn aufhält. Regenschirm ist nutzlos, unterstellen geht auch nicht. Keine Wartehäuschen für den Bus, den es nicht gibt. Weite Wege, wenn das Auto auf dem Festland verbleibt. Und die Anreise ist nur für den Blogger aus Kiel beinahe ein Heimspiel. Die übrigen Halligbegeisterten - nicht nur die aus der Gruppe - stammen oft aus fernen Bundesländern. Da kann die Sache schon ziemlich beschwerlich werden. Jeder, der wegbleibt, aus welchen Gründen auch immer, schmerzt die Verbleibenden. Denn es gibt ein Band, das alle verbindet: Die Liebe zu diesem kleinen Fleckchen Erde mitten im Meer. Und dieses Band, so scheint es, reißt nie so ganz.